Vereisung bei Windkraftanlagen: Ein Gespräch über Innovation bei Borealis Wind
Die Vereisung von Windkraftanlagen stellt eine der größten Herausforderungen der modernen Windenergie dar – insbesondere in kalten und feuchten Regionen. Diese Thematik stand im Mittelpunkt einer aktuellen Gesprächsrunde: Daniela Roeper, Vice President von Borealis Wind, und Nils Lesmann, Solution Manager Wind bei Phoenix Contact, diskutierten Ursachen, Auswirkungen und mögliche Lösungen.
Im Gespräch wurde deutlich, dass die zunehmende Anlagenhöhe und der Ausbau der Windenergie in nördlichen Regionen das Thema Vereisung an Rotorblättern verstärkt haben.
Wenn Eis die Leistung beeinträchtigt
Während des Austauschs wurde herausgestellt, dass bereits wenige Millimeter Eis an den Rotorblättern ausreichen, um die aerodynamischen Eigenschaften deutlich zu verschlechtern. Die Folge sind Ertragsverluste, ungeplante Stillstände und zusätzliche Sicherheitsrisiken – ein zentrales Thema bei der Vereisung von Windkraftanlagen.
Die Lösung von Borealis Wind
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die von Borealis Wind entwickelte Technologie. Das System basiert auf einer gezielten Warmluftführung im Inneren der Rotorblätter. Über integrierte textile Kanäle wird warme Luft mithilfe leistungsstarker Ventilatoren bis in die Blattspitzen geleitet – genau dort, wo sich bevorzugt Eis bildet. So können Temperaturen von 40 bis 50 °C erreicht werden, um Eisbildung frühzeitig zu verhindern.
Ein entscheidender Vorteil ist die gleichzeitige Beheizung aller drei Rotorblätter über deren gesamte Länge, wodurch das System präventiv wirkt und nicht erst reagiert, wenn sich bereits Eis gebildet hat.
Nachrüstung bestehender Windkraftanlagen
Auch der Retrofit-Gedanke spielte im Gespräch eine wichtige Rolle. Die Lösung von Borealis Wind wurde speziell für bestehende Windkraftanlagen entwickelt und lässt sich ohne Demontage der Rotorblätter installieren. Kurze Stillstandszeiten machen das System besonders attraktiv für Betreiber.
Borealis Wind und FabricAir
Seit der Integration in die FabricAir Gruppe im Jahr 2023 arbeitet Borealis Wind an neuen Service- und Wartungskonzepten sowie an internationalen Projekten, unter anderem in Nordeuropa.
Weiterführende Informationen
Das vollständige Gespräch zwischen Daniela Roeper und Nils Lesmann ist bei Phoenix Contact verfügbar:
https://update.phoenixcontact.com/hitze-bis-in-die-spitze/